Zertifikatskurs<br />
Schulbegleitung & Klassenassistenz<br />
Modularisierte Qualifizierung mit Praxiswerkstatt<br />
unter der Leitung von Anne-Katrin Thierschmidt

Worum es geht

Der Zertifikatskurs „Schulbegleitung & Klassenassistenz“ qualifiziert in kompakter Zeit für den Schulalltag: praxisnah, berufsbegleitend und mit direktem Transfer in die eigene Arbeit. In nur acht aufeinander aufbauenden Modulen und einem überschaubaren Zeitraum von rund vier Monaten vermittelt der Kurs das nötige Rüstzeug – von den rechtlichen Grundlagen über Kommunikation bis zur Traumapädagogik. Statt einer langen, sich über ein Jahr oder länger ziehenden Fortbildungsreihe bietet dieser Kurs eine fundierte Qualifizierung in kompaktem Format – mit echtem Praxistransfer statt bloßer Wissensvermittlung.

Warum diese Qualifizierung sinnvoll ist

Schulbegleitung und Klassenassistenz finden nie allein statt: Wer diese Rolle übernimmt, arbeitet im Netzwerk mit Lehrkräften, Eltern, Therapeut*innen und dem Kind selbst – und trifft dabei auf unterschiedliche, oft ungeklärte Erwartungen. Ohne eine konkrete Definition der eigenen Rolle entsteht schnell Unsicherheit: Bin ich Aufpasser*in, Ersatz-Elternteil, Lernbegleitung oder alles zugleich? Das gilt für Fachkräfte ebenso wie für Quereinsteiger*innen. Eine strukturierte Qualifizierung schafft hier Orientierung – und macht aus einer unklaren Rolle eine professionelle.

Was diesen Kurs auszeichnet

Am Weiterbildungsmarkt dominieren reine Selbstlern-Kurse: umfangreiche Lernpakete zum Durcharbeiten im eigenen Tempo, abgeschlossen mit einem Multiple-Choice-Test. Dieser Zertifikatskurs geht bewusst einen anderen Weg: Er verbindet fundierte fachliche Inhalte mit einer durchgehenden Praxiswerkstatt, in der von Beginn an ein eigener Fall bearbeitet, reflektiert und weiterentwickelt wird. Kollegiale Fallberatung, die kontinuierliche Begleitung durch die Kursleitung und der Aufbau einer professionellen Haltung stehen gleichberechtigt neben Fachwissen zu Recht, Kommunikation und Traumapädagogik. Das Abschlusszertifikat beruht so nicht auf einem abstrakten Test, sondern auf tatsächlich erlebter und dokumentierter Praxisentwicklung – und das in einem kompakten Drei-Monats-Format statt in einer langwierigen Fortbildungsreihe.

Für wen der Kurs geeignet ist

Der Kurs richtet sich gleichermaßen an Fachkräfte, die ihre Arbeit als Schulbegleitung professionalisieren und zertifizieren lassen möchten, wie an Quereinsteiger*innen ohne pädagogische Vorbildung, die einen fundierten Einstieg in die Tätigkeit suchen. Beide Gruppen profitieren vom Wechsel aus Theorie, Praxisbezug und kollegialem Austausch in der Gruppe.

Die Vorzüge auf einen Blick

• Kompakt: 8 Module in ca. 4 Monaten – überschaubarer Zeitrahmen statt langer Fortbildungsreihe

• Praxisnah: durchgehende Praxiswerkstatt mit eigenem Fallbeispiel als rotem Faden

• Berufsbegleitend: 14-tägige Nachmittagstermine, online via Zoom

• Fundiert: von rechtlichen Grundlagen über Kommunikation bis Traumapädagogik und kollegiale Fallberatung

• Offen für alle: geeignet für Fachkräfte ebenso wie für Quereinsteiger*innen ohne pädagogische Vorbildung

• Praxisorientiert zertifiziert: Abschluss auf Basis der dokumentierten Praxiswerkstatt statt eines abstrakten Tests

Ablauf & Eckdaten

• Dauer: ca. 4 Monate, von Januar bis Mai 2027 oder nach Absprache inhouse

• Umfang: 51 Stunden gesamt – Modul 1: 5 Std., Module 2–8: je 4 Std., dazu einmalige kollegiale Fallberatung (2 Std.) und Selbstlernzeit für die Praxiswerkstatt (16 Std.)

• Zertifizierung: Teilnahme an mindestens 7 der 8 Module sowie Dokumentation der durchgehenden Praxiswerkstatt

Die acht Module im Überblick

Modul 1 – Check-in & Grundlagen der schulbezogenen Eingliederungshilfe (21. Januar 2027)

• Rechtliche Grundlagen, inkl. Gesetzesänderungen

• Schweigepflicht & Datenschutz

• Eingliederungshilfe / Jugendhilfe – Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche

• Inklusion & Teilhabe

• Was ist Behinderung?

• Selbständigkeit fördern, Empowerment

• Modelle: Klassenassistenz, Pooling, individuelle Hilfen

• Rolle der Schulbegleitung: Aufgaben, Grenzen, Zuständigkeiten

Modul 2 – Berufliches Selbstverständnis & Zusammenarbeit (4. Februar 2027)

• Berufliches Selbstverständnis

• Partizipation statt Helfersyndrom

• Anstatt Bauchgefühl: beobachtungsbasiert, zielorientiert und überprüfbar handeln

• Lösungsorientiert begleiten

• Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team, mit Lehrkräften und Eltern

• professionelle Abgrenzung

Modul 3 – Haltung, Werte & professionelles Handeln (18. Februar 2027)

• Teilhabe – Auftrag und Haltung in der inklusiven Arbeit

• Nähe und Distanz

• Adultismus (Machtungleichgewicht zwischen Kindern und Erwachsenen)

• Macht & Verantwortung

• grenzverletzendes Verhalten

• Kindeswohlgefährdung

• respektvolle Sprache & Haltung

Modul 4 – Kommunikation im Schulalltag (4. März 2027)

• Grundlagen der Kommunikation

• aktives Zuhören

• schwierige Gespräche

• Gesprächsführung mit Lehrkräften & Eltern

• nonverbale Kommunikation

• Besonderheiten in der Kommunikation mit Kindern & Jugendlichen

Modul 5 – Kommunikation in Krisensituationen (18. März 2027)

• Konfliktdynamiken in Schule

• Eskalationsstufen

• Umgang mit impulsiven Verhaltensweisen

• Stressreaktionen verstehen

• verbale Deeskalation

• Handlungssicherheit in Krisen

• Grenzen der eigenen Verantwortung

Modul 6 – Traumapädagogik & systemisches Denken (8. April 2027)

• Grundlagen der Traumapädagogik und des systemischen Ansatzes

• Stress, Trauma und Auswirkungen auf Verhalten, Lernen und Emotionsregulation

• Der gute Grund hinter Verhalten

• Beobachtung statt Bewertung – Hypothesenbildung als professionelle Haltung

• Ressourcen-, Lösungs- und Kontextorientierung

• Sicherheit, Beziehung und Co-Regulation im Schulalltag

• Rolle und Handlungsmöglichkeiten der Schulbegleitung

Modul 7 – Kollegiale Fallberatung & kollegiales Coaching (22. April 2027)

• Einführung in die Methode Kollegiale Fallberatung

• strukturierte Fallbesprechung

• Perspektivwechsel

• Ressourcenorientierung

• Lösungsstrategien entwickeln

Modul 8 – Vertiefung & Transfer, Abschluss (13. Mai 2027)

• Wunschthema

• Achtsamkeit und Stressmanagement

• Transfer in die Praxis

• Abschluss & Zertifikatsübergabe

Herzstück: die Praxiswerkstatt

Das besondere Qualitätsmerkmal dieses Zertifikatskurses ist die Praxiswerkstatt: Von Beginn an bearbeiten alle Teilnehmenden einen eigenen Praxisfall aus ihrem Arbeitsalltag – kontinuierlich über alle acht Module hinweg. Der Fall wird aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven betrachtet, anhand eines strukturierten Reflexionsbogens beschrieben und Schritt für Schritt weiterentwickelt.

So entsteht echter Theorie-Praxis-Transfer statt reiner Wissensvermittlung: Die Teilnehmenden entwickeln eigene Lösungsstrategien, lernen im kollegialen Austausch voneinander und stärken ihre professionelle Reflexionsfähigkeit. Zwischen den Modulen vertiefen kleine Transferaufgaben den Blick auf den eigenen Fall – nach und nach entsteht ein persönliches Praxisportfolio.

Anders als bei klassischen Selbstlernkursen beruht das Abschlusszertifikat nicht auf einem abstrakten Test, sondern auf dieser dokumentierten Praxiswerkstatt – dem Nachweis einer tatsächlich erlebten und begleiteten Praxisentwicklung. Die Kursleitung begleitet den Prozess durchgehend, gibt Impulse und moderiert den Erfahrungsaustausch, ohne selbst beratend oder therapeutisch tätig zu werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die eine richtige Lösung, sondern die Entwicklung einer professionellen Haltung und eines reflektierten Handelns.

Prüfungsleistung und Zertifizierung

Prüfungsleistung der Qualifizierung ist die Dokumentation der Praxiswerkstatt, in der die kontinuierliche Bearbeitung des eigenen Praxisfalls über alle Module hinweg nachvollzogen wird. Das Abschlusszertifikat erhalten Teilnehmende, die an mindestens sieben der acht Module teilgenommen haben. Bei einem versäumten Modul besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Inhalte in Abstimmung mit der Kursleitung im Selbststudium nachzuarbeiten, um die Zertifizierungsvoraussetzungen dennoch zu erfüllen.

Technische Voraussetzungen

Die Qualifizierung findet vollständig online über Zoom statt. Damit die gemeinsame Arbeit gelingt, gelten für alle Teilnehmenden folgende Voraussetzungen:

  • Eigener PC oder Laptop mit stabiler Internetverbindung, an dem während der Termine allein gesessen wird

  • Installierter und aktueller Zoom-Client sowie Zugang zu Zoom

  • Teilnahme mit eingeschalteter Kamera und Mikrofon ist Voraussetzung für die Teilnahme

  • Ruhiger, ungestörter Raum für die Dauer der Termine

  • Headset oder Kopfhörer empfohlen für eine bessere Verständigung

  • Rechtzeitiges Einwählen (5–10 Minuten vor Beginn) empfohlen, um technische Fragen vorab zu klären

  • Grundlegende Sicherheit im Umgang mit Zoom (Bildschirmfreigabe, Chat, ggf. Breakout-Räume) ist hilfreich

  • Zugriff auf E-Mail für Zugangslinks, Unterlagen und die Dokumentation der Praxiswerkstatt

 

Bei Bedarf kann vorab eine kurze Einführung in Zoom bzw. ein Technik-Check zur Klärung eventueller Fragen und Unsicherheiten durchgeführt werden.

Kursleitung

Anne-Katrin Thierschmidt ist Diplom-Pädagogin (Sozial- und Organisationspädagogik), systemischer Coach, Mediatorin und Kommunikationstrainerin. Von 2008 bis 2023 leitete sie den Bereich Schulbegleitung beim Träger QuerWege e.V. in Jena, zuletzt mit rund 90 Schulbegleiter*innen. Bereits 2009 wirkte sie an einer der ersten modularisierten Qualifizierungsreihen für Schulbegleiter*innen in Thüringen mit und hat seither weitere Curricula für dieses Tätigkeitsfeld mitentwickelt. Sie veröffentlichte zum Thema qualifizierte Schulbegleitung und ist bundesweit als Referentin und Coachin für Inklusion und Schulbegleitung tätig.

Der Kurs wird von der Inklusionsakademie organisiert. Seit 2019 finden hier regelmäßig Online-Veranstaltungen in verschiedenen Formaten (Seminare, Lesungen, Diskussionsrunden und Kongresse) statt, die sich sowohl an Menschen mit Behinderung selbst, Fachleute und Eltern richten.

Gegründet wurde die Inklusionsakademie von Bettina Krück, selbst Mutter eines Kindes mit Behinderung und langjährige Lehrkraft in der Erwachsenenbildung.

Teilnahmegebühr und Anmeldung

Die Teilnahmegebühr für den Zertifikatskurs beträgt 699 € inkl. MwSt. pro Person. Bei der Anmeldung von mindestens drei Teilnehmer:innen desselben Trägers reduziert sich die Teilnahmegebühr auf 649€ inkl. MwSt. pro Person.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an mail@bettina-krueck.de. Bitte geben Sie bei der Anmeldung den Namen und die E-Mail-Adresse der teilnehmenden Person sowie die vollständige Rechnungsanschrift an. Nach Eingang der Anmeldung erhalten Sie eine Buchungsbestätigung und Rechnung per E-Mail. Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt; die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der Anmeldungen vergeben.

Der Zertifikatskurs kann außerdem als Inhouse-Veranstaltung für Träger und Einrichtungen gebucht werden. Termine und Konditionen werden individuell vereinbart. Preis auf Anfrage.